fbpx

Sehenswürdigkeiten

Die alte Kirche

Die alte Kirche (eigentlich Kapelle) befand sich an der Nordspitze der Insel auf einem höher gelegenen sandigen Ufer. Der Legende nach brannte sie während des Nordischen Kriegs (1700-1710) ab. Auf dem Berg der alten Kirche wurde auch der damalige Friedhof, der so genannte unterirdische Friedhof, entdeckt. Luthers Reformation erreichte Kihnu zur Zeit der schwedischen Herrschaft etwa 1530. Ungefähr an der Stelle der heutigen Kirche wurde eine neue Kapelle in zentraler Insellage gebaut. 1624 wurde an dieser Stelle auch eine zweite kleinere Kirche gegründet.

Während der Glaubenswechselbewegung, die 1840 begann, haben praktisch alle Insulaner zum orthodoxen Glauben bekehrt. Nach einem Ukas des Zaren wurde die steinerne Kirche den Orthodoxen zur Nutzung überlassen und auf den Kirchturm wurde eine Kuppel in Zwiebelform aufgesetzt. Der Garten, der das Kirchengebäude umgibt und das Tor aus farbigen Backsteinen wurden Anfang dieses Jahrhunderts angelegt bzw. gebaut.

Der Friedhof ist für die Kihnuer ein ebenso heiliger Ort wie die Kirche. Dorthin begibt man sich schweigend und in keinem Fall nach Sonnenuntergang, um nämlich die Toten nicht zu stören. Auf dem Friedhof, der heute genutzt wird, finden sich Kreuze, auf denen sich Todesdaten noch vom dem Ende des 19. Jahrhunderts finden. Ganz in der Nähe des Friedhofshaupttores wurde auch der berühmte Kapitän Enn Uuetoa, auch Kihnu Jõnn genannt, bestattet; seine sterblichen Überreste wurden 1992 von Dänemark nach Kihnu überführt. Neben ihm ruht der Zimmermann Karl Jerkwelt von Jõnns letztem Schiff ”Rock-City”. Der zu Ehren von Kihnu Jõnn aufgestellte Gedächtnisstein, steht in Rootsiküla und kennzeichnet den Geburtsort des Kapitäns.

Museum der Insel Kihnu

Das Inselmuseum wurde im Jahr 1974 im alten Schulhaus eröffnet. Die Ausstellung erstreckt sich über vier Räume. In einer Hälfte des Hauses finden sich naive Kihnuer Malerei und berühmte Kihnuer Männer: der Heimatforscher Theodor Saart, der selbsternannte Kapitän Enn Uuetoad, der Silberschmied Peeter Rooslaidu und in der anderen Hälfte Alltagsgegenstände: Werkzeuge, Kleider, Handarbeiten und Handwerk sowie Möbel. Zum Museumsfonds zählen über 700 Gegenstände.

Leuchtturm von Kihnu

Der Kihnuer Leuchtturm, der sich an der Südspitze der Insel auf der Pitkäne-Nehrung befindet, wurde im Jahr 1864 aus Einzelteilen, die in England anfertigt wurden, zusammengebaut. Die Insulaner nennen ihren Leuchtturm ”Puak” und die so genannten Puak-Wächter waren zu allen Zeiten in den meisten Fällen Russen. Der Leuchtturm ist von der Meeres- bzw. der Landhöhe gemessen 31 bzw. 29 Meter hoch gelegen.

Slider