Insel
Kihnu

Auf Kihnu und auf Manija ist die einzigartige alte Kihnuer Kultur zuhause, die sich hier auf den Küsteninseln Pärnumaas bereits seit über sechshundert Jahre ausgeprägt hat. Im Jahr 2003 wurde der Kulturraum Kihnu in die Liste des immateriellen und mündlichen Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. Er ist sowohl wegen seines Kulturerbes und seiner charakteristischen Natur, als auch aufgrund der freundlichen Menschen, einen Besuch wert.

Bei Kihnu handelt es sich um die größte Insel der livischen Bucht und die siebtgrößte Estlands. Mit einer Fläche von 16,9 km2 ist sie 7 km lang und 3,3 km breit. Der am nächsten gelegene Ort des Festlands, die Lao-Nehrung der Halbinsel Tõstamaa, ist von Kihnu 10,2 km entfernt und der nächstgelegene besiedelte Bereich ist die Manija-Insel bzw. Manilaid mit einer Entfernung von 7,5 km.

Auf Kihnu gibt es vier Dörfer: Lemsi, Linaküla, Rootsiküla und Sääre. In Lemsi, das im Ostteil gelegen ist, befindet sich der Hafen, über den während der Saison der Hauptverkehr zwischen Festland und Insel abgewickelt wird. In Linaküla, das im Westteil der Insel gelegen ist, befindet sich ein Krankenhaus, ein Schulhaus, ein Heimatmuseum, eine Kirche und ein neues Kulturhaus, in dem die Bücherei und die Gemeindeverwaltung untergebracht sind. Das Dorf Sääre ist im Nordteil der Insel gelegen und in der Inselmitte befinden sich die Kommunikationsanlagen, Läden und das Kurase-Zentrum. Der Flugplatz ist ebenfalls im Norden. In Rootsiküla, das in Kihnus Süden gelegen ist, befinden sich der Gedenkstein des Kihnuer Jõnn, die Wetterstation und der Leuchtturm.

Kultur

Die Insel Kihnu wurde unter dem Namen Kyne im Jahr 1386 erstmals erwähnt; dass sie bewohnt war, wurde im Jahr 1518 erwähnt. Historische Quellen zeugen davon, dass bereits vor 3000 Jahren Fischer und Robbenfänger auf Kihnu waren.

Kihnu ist eine alte Insel der Seefahrer, Fischer und Robbenfänger. Während vieler Jahre haben die Kihnuer Männer den größten Teil ihrer Zeit auf dem Meer verbracht und den Frauen die Arbeiten überlassen, die an Land anfielen. Die Kihnuer Frauen halten seit jeher für die inseltypischen Handarbeiten, Tänze und das Kulturerbe, das auch Spiele und Musik umfasst, hoch und führen diese fort. Auch heute noch tragen sie auch im Alltag einen selbst angefertigten Kihnuer Volkstrachtenrock (”Kört”), was auf dem Festland nur noch zu besonderen Anlässen der Fall ist.

Die Regeln, nach denen auf Kihnu gelebt wird, ändern sich mit der Zeit und mit den Menschen; allerdings wird sich auch heute noch in vielen Fragen an den Weisheiten der Vorfahren orientiert. Die bedeutendste Tradition, die gar nicht wegzudenken ist, sind die Bräuche beim Heiraten mit einem Hochzeitsfest, das drei Tage dauert. Gleiches aber gilt auch für viele andere Traditionen und Rituale, die am Johannistag, Martinstag, Katharinentag und den anderen Feiertagen des Kalenderjahrs gepflegt werden. So ist es natürlich ganz besonders interessant, die Insel Kihnu an den besonderen Tage des Volks- und des Kirchenkalenders zu besuchen.

Wegen ihrer abgeschiedenen Lage haben sich die Kultur und die Jahrhunderte alten Traditionen der Insel bis heute in vollem Umfang erhalten. Dass der Kulturraum Kihnu in das geistige Weltkulturerbe der UNESCO eingetragen wurde, ist eine große Auszeichnung und hierdurch sind die Insulaner besonders in die Pflicht genommen, die alten Bräuche mit besonderer Sorgfalt zu bewahren!

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